9. Gegenrecht bei internationaler Erschöpfung (Art. 12 Abs. 1 und 1bis URG)

Das Bundesgericht urteilte 1998, der Erschöpfungsgrundsatz des schweizerischen Urheberrechtsgelte - im Unterschied etwa zum Patentrecht - weltweit.   

In der EU endet die Geltung des Erschöpfungsprinzips an der Aussengrenze (gemeinschaftsweite Erschöpfung). Schweizer Anbieter können zum Beispiel ihnen lizenzierte Film-DVD nur im kleinen Schweizer Markt, jedoch nicht in den Nachbarländern vertreiben. EU-Anbieter dürfen dagegen die Schweiz mit Exemplaren derselben Filme überschwemmen. Schweizer Unternehmen, die auch einheimische Kultur pflegen, werden so benachteiligt und wirtschaftlich abgedrängt. Zum Schutz der Schweizer Kreativwirtschaft insbesondere gegenüber Mitbewerbern aus der EU wäre es geboten, den Grundsatz der nationalen Erschöpfung im Urheberrechtsgesetz zu verankern. Wenigstens aber sollte das Gegenrecht gelten; das heisst, unautorisierte Importe sind nur aus solchen Ländern zuzulassen, die dies umgekehrt auch erlauben (z. B. dem Gemeinschaftsmarkt der EU aufgrund einer entsprechenden Übereinkunft).

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